Delphi, Berlin   Bilder   weiter   zurück



LOCATIONS


In Schöneberg, an der Motzstrasse, wohnt

Teddy Stauffer in den 1930ern. Braucht er eine

Sekretärin, findet er sie am Ku‘damm – im

Kabarett der Komiker, gleich neben der heutigen

Schaubühne am Lehninerplatz.


      

Den Swing von Teddy Stauffer hat Telefunken

aufgezeichnet. Als Tonstudio benutzt sie die Singakademie,

Unter den Linden, das heutige Maxim Gorki Theater.

      Aber auch die Locations von Teddy Stauffers

Live-Auftritten in Berlin sind zum Teil heute noch erhalten.

      Der Delphi-Tanzpalast in Charlottenburg, Ecke Kantstrasse/Fasanenstrasse, befindet sich hinter dem Theater des

Westens, das inzwischen zur Musical-Spielstätte mutiert ist.

      Das Delphi, das Swing-Mekka der Olympischen Spiele

1936, überlebt  als Premierenkino. Jeweils im Februar, bei der Berlinale, ist es Spielort des Forum-Festivalprogramms.

      Ein Jazz-Club und ein Kellertheater, das Quasimodo

und die Vaganten-Bühne. bespielen seit langem die Untergeschosse des Delphi.


Drei-Stern-Hotel Ellington

Am Tauentzien in Schöneberg, Nürnberger Strasse,

gleich hinter dem KaDeWe, befindet sich

Ende 1930er in einem rückwärtigen Gebäude, das

nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen wird,

der Femina-Tanzpalast.

      Das Femina setzt neue Massstäbe:

Vestibül aus Marmor, mehrere Bars, grosser Tanzsaal

mit Oberlicht, erste Tanzkapellen, effektvolle Beleuchtung,

zwei Ränge bis zur Decke aufsteigend, Tischtelefone,

Rohrpostbriefe, die Mädchen in Uniform überbringen, Tanzfläche erhöhbar, wenn elegante Tanzpaare, Grotesktänzer,

Ballette auftreten.

      Lotte Lenya erinnert sich:

„Kurt Weill und Caspar Neher gingen oft für ein paar Stunden

ins Femina, eine riesengrosse Tanzdiele, wo sie die

schönsten Tänzerinnen und ihre Kunden bewunderten und den

damals wohl besten Tanzorchestern Berlins lauschten.“

      Kurt Weill, der Komponist der Dreigroschenoper,

emigriert 1933. In die Flucht treiben die Nazis auch Heinrich

Liemann. Er ist der Gastronom, der das Femina

1929 eröffnet hat. Das Gastgewerbeblatt Berliner Herold

frohlockt über sein „Verschwinden“.

      Unter den Nazis wird im Femina die Texas Bar durch

das Puszta ersetzt, drei andere Musiklokale heissen Casino,

Schoppenstube und Siechen.

      Joseph Goebbels hätte gerne Marlene Dietrich

wieder in Berlin. Der Hollywoodstar winkt ab. Jetzt baut

der NS-Propagandaminister Zarah Leander auf.

      Und heute? Zwar gibt‘s das Femina nicht mehr,

erhalten geblieben ist aber das imposante Vorderhaus,

mit der glatten, 150 m langen, braunrotem Travertin-Fassade

ein Baudenkmal der Neuen Sachlichkeit.

      Endlos lange Flure mit Büros, in die nach dem Zweiten

Weltkrieg Steuerkommissare des Finanzamts einziehen.

2006 wird das Haus nach siebenjährigem Leerstand umgebaut.

Jetzt firmiert es als Drei-Stern-Hotel Ellington.

      Mit dem Namen vermarktet die Hotelkette ein Stück Fortsetzungsgeschichte des Femina.

      Im Jazzlokal Die Badewanne, das Helmut Brandt in den

1950er und 1960er Jahren im Vorderhaus führt, wo das

Puszta gewesen war, sind Musiker wie Duke Ellington, Ella

Fitzgerald oder Count Basie aufgetreten.


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