Wir setzen uns ins Bild
Die Cinémathèque suisse ist in Lausanne gut
verankert, aber in der deutschsprachigen Schweiz
hat sie Entwicklungspotential. Nur ist die Hauptzielgruppe der 14- bis 29-Jährigen an Filmgeschichte nicht mehr interessiert. Das ist die erschwerte Ausgangslage, zu der Fritz Hirzel
ein Kommunikationskonzept erarbeitet.
Fritz Hirzel, Wir setzen uns ins Bild
Kommunikationskonzept für die Cinémathèque suisse
69 Seiten. Berlin 2002. PR-Berater-Abschlussarbeit
Focus auf Lebensstil
Die Cinémathèque ist mit dem Angebot
ihrer Filmretrospektiven zunehmend einer Freizeitgesellschaft
ausgesetzt, die nicht mehr die Voraussetzungen
medienpädagogisch geprägter Bildungsarbeit erfüllt.
Die besondere Herausforderung besteht darin, die
Hauptzielgruppe der 14- bis 29-Jährigen zu erreichen. Die
zeigen bisher zur Filmgeschichte wenig Affinität,
andere Medien wie Handy, TV oder Internet sind Teil
ihres Alltags.
Mit Focus auf ihre Lebensstile und Freizeitgewohnheiten
sollen Themenpotentiale identifiziert und kommunikativ
für die Neugier an Kino und Filmgeschichte genutzt werden.
Liebe. Verbrechen. Und Katastrophe.
Kino? Das sind Menschen, ihre Geschichten und ihre
Leidenschaften auf grosser Leinwand. Film? Das
ist das über hundertjährige Dokument von Liebe, Verbrechen
und Katastrophe. Film ist Starkult, Avantgarde und
Geniestreich. Film ist Massenmedium, ehe das Fernsehen das Schlachtfeld der Bilder besetzt. Der Gang ins Archiv
wird zur Schatzsuche.
Kino? Das bin ich!
Eine der Massnahmen, die das Kommunikationskonzept
vorgeschlagen hat, bezieht die Adressaten direkt
ein: Erstmals richtet die Cinémathèque einen Wettbewerb
zur Nachwuchsförderung aus. Gesucht: Der beste
Video- oder DVD-Film zum Thema: Kino? Das bin ich!
Die Cinémathèque stellt die Frage: Wie habt Ihrs mit Kino?
Sie initiiert eine spielerische Selbstbefragung zu
Medien und Freizeitverhalten der 14- bis 29-Jährigen.
Form und Inhalt der Antwort ist offen. Der eingereichte Film
kann Fiction, Doku, Doku-Soap, Feature, Interview,
Portrait sein.



