Fritz Hirzel und Clown Pic, Detail, 1980er

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MEIN BRUDER UND ICH


Fritz Hirzel hat mit Clown Pic, seinem Bruder,

zwischen 1966 und 1994 einige Fährten

verfolgt. Das hat, was Fritz Hirzel angeht, Regie sein

können. Oder Regieassistenz. Ein Textbuch.

Ein Gag. Ein Programmheft.



               Fritz Hirzel, Notiz, undatiert


Als ich meinen Bruder zum ersten Mal sah, kam er gerade

von einer Tournee zurück. Er war zwanzig Minuten

alt und heulte, bis er mit Lust begann, an seinem linken Daumen

zu saugen. Seither sind wir uns immer wieder über

einzelnen Nummern in die Haare geraten. Nachdem mein Bruder

seinen Stammplatz unter dem Stubentisch verlassen

hatte, um einen Blick auf das menschliche Gebaren zu werfen,

flüchtete er sich schnurstraks in die Komik. Unterdessen

war ich bei meiner Karriere als Reporter im Papierkorb gelandet.

Dort fand er mich, als er wieder einmal das Brockenhaus

nach Requisiten durchstöberte. Er brauchte einen, der ihm bei

den Proben zuschaute, und engagierte mich. Mit der

Geduld einer Katze, die ein Pendel mit den Augen verfolgt,

habe ich seinen Auftritten zugesehen. Von Pantomime

zu Pantomime war ich mit den Jahren so sehr abgemagert,

dass ich vorschlug, mit leibhaftigen Figuren und ihren

Accesoires weiterzumachen. Die Folgen waren verheerend.

War mein Bruder früher mit einer leeren Brieftasche

auf Tournee gegangen, so reiste er jetzt mit einem ganzen

Trödelladen und zog die Aufmerksamkeit sämtlicher

Verkehrspolizisten und Zollbeamten auf sich. Ich selber habe

inzwischen wieder einige Kilos zugenommen, aber

fragen Sie nicht, wieviele mein Bruder seither abgenommen hat.


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